Diversität – oder: Meine beiden Töchter

Es gibt Tage, an denen ist man besonders glücklich. Heute ist so ein Tag.

Ich war mittags bei einer Präsentation von Gruppenarbeiten in der Schule meiner jüngeren Tochter. Eine der Präsentationsgruppen, an der meine Tochter beteiligt war, sprach über Respekt und das Abbauen von Vorurteilen. Meine Tochter sprach in diesem Kontext über das Thema Diversität. Dass sie darüber nachdenkt, war mir schon lange klar, aber dass sie es jetzt so deutlich und klar vor anderen Menschen ausgesprochen hat, hat mich im positiven Sinn umgeworfen.

Sie kritisierte dabei die Idee einer Gesellschaft, in der alle ’normal‘ sein sollen und wollen. Und sie sprach im Gegensatz dazu über eine Gesellschaft, in der Diversität gelebt wird. Anstelle von Normalität, argumentierte sie, existiert Vielfalt und Differenz. Und sie plädierte dafür, dass man jene Menschen respektieren soll und muss, die diese Vielfalt verkörpern und leben.

Wenn man so etwas hört – nach all den Jahren des Arbeitens in diesem Bereich – dann ist das ein enorm beglückender Moment, zu erleben, dass das jemand aufnimmt und öffentlich weiter trägt. Und besonders dann, wenn es die eigene dreizehnjährige Tochter ist.

Ich habe heute gespürt, dass ich das erreicht habe, was ich seit Jahren als Ziel verfolge: Einen kleinen Beitrag zu leisten, damit Menschen wie meine beiden Töchter in ihrer Unterschiedlichkeit gemeinsam  und gleichberechtigt mit- und nebeneinander leben können. Egal, wie unterschiedlich sie sind oder wir alle sind. Gelebte, nicht verdrängte Diversität, das macht das Leben aus! 

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