Was Spaß macht UND wichtig ist: Kinderuni Wien 2013

Man merkt es, ich schreibe eine knappe Stunde nach Ende des Workshops diesen Blogeintrag – mein KinderuniWien 2013-Workshop „Was ist Behinderung? Das Leben ist vielfältig!“ für 10- bis 12-Jährige hat mich begeistert! Um es genauer zu formulieren:

Die Kinder/Jugendlichen haben mich dabei begeistert!

Sie waren willens, darüber nachzudenken, dass Behinderung eben nicht am einzelnen Menschen festzumachen ist, sondern dass es Barrieren/Hindernisse sind, die eine gesellschaftliche Teilhabe für Menschen mit Behinderungen erschweren bzw. unmöglich machen.

Sie haben in Kleingruppen wie auch in der großen Gruppe das soziale Modell von Behinderung erarbeitet, ohne es zu kennen.

Sie haben Inklusion und Integration voneinander abgesetzt besprochen und das Anerkennen/Akzeptieren von Vielfalt als wesentlich für das gesellschaftliche Zusammenleben aufgefasst.

Sie haben sich intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt – genau genommen war der Workshop viel zu kurz, denn die Präsentation der Kleingruppenarbeiten hätte locker noch 30 min länger dauern können. Die Kinder/Jugendlichen hatten enorm viele gute und wichtige Ideen zum Thema Barrieren und deren Abbau.

Dass neben allen anderen so wichtigen Aspekten des Abbaus von Barrieren dann in einer Kleingruppe das Thema der Rechte von Menschen mit Behinderungen angesprochen wurde, war für mich als Workshop-Leiterin dann der Höhepunkt – alle diese Kinder/Jugendlichen haben verstanden, worum es geht: Um Rechte und um das Leben von Inklusion – nicht reden, tun!

Wie wichtig, dass diese Kinder/Jugendlichen dem Thema Behinderung gegenüber so offen sind und darüber nachdenken, welche Barrieren es gibt! Und wie wichtig, dass diese Kinder/Jugendlichen einen Multiplikationsfaktor darstellen, weil eben durch sie die Idee des sozialen Modells von Behinderung verbreitet wird. Weil eben durch sie Behinderung als etwas verstanden wird, was nicht am Menschen festzumachen ist, sondern am gesellschaftlichen Umfeld.

An der Kinderuni Wien 2013 teilzunehmen, war das größte Geschenk, das ich mir selber machen konnte! So kann das Umsetzen der UN Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen tatsächlich funktionieren: Offene junge Menschen, die später als Erwachsene Inklusion tatsächlich leben werden und die bereits jetzt den Grundgedanken der UN Konvention weitertragen.

Ich freue mich schon auf die Kinderuni-on-tour (http://www.kinderuni.at/kinderuniontour/), an der ich am 21. August im Lidlpark (17. Bezirk) teilnehmen werde. Dort werde ich eine Kurz-Vorlesung zum Thema „Fremd sein – was heißt das?“ halten.

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